Keine Zeit - viel zu tun!

Wie Sie künftig mit drei Textmarkern Ihre Zeit steuern, erfahren Sie hier:

Ein kleiner Junge war eines Tages sehr frustriert. Oft hörte er von seinen Eltern „Ich habe jetzt keine Zeit!“ oder "Tut mir leid, später vielleicht.". Wie kann das sein, dachte er bei sich. Wieso haben Erwachsene so wenig Zeit? Wenn ich groß bin, soll es mir einmal nicht so ergehen.

 

Deshalb fing er an, Zeit zu sammeln. Er nahm sich alte Zeitungen und schnitt alle Stunden und Minuten heraus, die er darin finden konnte. Las er zum Beispiel, dass der ICE von München nach Stuttgart 3 Stunden Verspätung hatte, schnitt er die 3 Stunden aus. Besonders freute er sich über viel Zeit am Stück, etwa wenn die Verhandlungen 20 Stunden andauerten. Alle Zeitangaben die er entdeckt und ausgeschnitten hatte, legte er sorgfältig in eine besonders schön bemalte Schachtel. Immer wieder nahm er die großen und kleinen Schnipsel heraus, legte sie vor sich auf den Tisch und freute sich über die Zeit, die sich jeden Tag vermehrte. Nach einer Woche waren es 69 Stunden und 13 Minuten. Einen Monat später konnte er 326 Stunden und 37 Minuten zählen. Der Bub fühlte sich reich an Zeit und freute sich über seinen großen Vorrat.

 

Jetzt, da er so viel Zeit besaß, ging er mit seiner Schachtel voller Stunden und Minuten zu seinem Vater und fragte ihn: „Gehst du jetzt mit mir zum Schwimmen? Ich habe dir auch Zeit mitgebracht. Ich habe so viele Stunden und Minuten gesammelt, dass ich dir ganz viel davon schenken kann.“ Erstaunt schaut der Vater in die Schachtel. Gerührt sieht er seinem Jungen in die leuchtenden Augen und beginnt zu verstehen: Ja, es liegt an ihm, womit er seine Zeit füllt. Es liegt an ihm, mit wem er seine Zeit verbringt. Es liegt an ihm, welchen Wert er seiner Zeit gibt. Würde er jetzt das Geschenk des Jungen annehmen?

 

Die Entscheidung fällt uns in einer solchen Situation nicht leicht. Oft ist der Druck im Unternehmen so groß, dass es unmöglich erscheint, alles stehen und liegen zu lassen. Das Angebot muss heute noch raus, das Material muss sofort bestellt werden und der Kunde muss bedient werden. Klar, das sind alles wichtige, elementare Aufgaben. Machen Sie künftig nur einen kleinen Unterschied mit Ihrer Zeit:

 

Überlegen Sie sich in der Früh, welche Ihrer Aufgaben heute am wichtigsten sind. Schreiben Sie dazu eine Liste mit allem, was Ihnen einfällt und was Sie heute erledigen wollen. Markieren Sie nun die 3 allerwichtigsten Stichpunkte mit Rot. Mit einem orangen Marker kennzeichnen Sie die Aufgaben, die Sie als zweit wichtigste einstufen und die Aufgaben, die eventuell verschoben werden könnten, bekommen die Farbe Gelb.

 

Planen Sie die roten Pflichtaufgaben zeitlich in Ihren Terminkalender ein. Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie wohl dazu benötigen und was Sie vorab noch brauchen, um sie zügig erledigen zu können. Wer könnte Sie dabei unterstützen?

 

Mit dieser bunten Liste haben Sie ganz klar Ihr Ziel vor Augen. Sie haben festgelegt, womit Sie Ihre Arbeitszeit heute füllen. Ich bin mir sicher, dass Sie diese drei roten Punkte in der geplanten Zeit abarbeiten und auch die orangen Aufgaben nach und nach abhaken können. Bei den gelben, die Sie sich dann zuletzt vornehmen, entscheiden Sie neu: Reicht die Zeit noch? Gibt es jetzt Wichtigeres? Vielleicht würde Ihr Sohn Sie jetzt gerne etwas fragen… Was würden Sie antworten?