Doppelt gewonnen!

Manchmal sind es einfach nur Zufälle...

Manchmal sind es einfach nur Zufälle, die uns die Augen öffnen und uns zu einem Aha-Erlebnis verhelfen. Einen solchen Zufall hatte ich letzte Woche:

 

Schon seit vielen Jahren nehme ich am Arbeitskreis der Meisterfrauen teil, der vom Landesverband der Stuckateure (SAF) organisiert wird. Wir erleben an drei Tagen spannende Referenten und wertvolle Themen rund um die Unternehmensführung. Gerne schauen wir dabei „über den Tellerrand hinaus“ und bekommen Einblicke aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

 

Keineswegs möchte ich die übrigen Vorträge abwerten wenn ich auf den diesjährigen Vortrag von Stefan Heim, Vorstand Finanzen beim VfB Stuttgart, abziele. Nun muss ich vorausschicken – ich bin wahrhaftig kein Fußballfan obwohl es in meiner Familie sowohl Stuttgarter als auch Münchner Fans gibt.

 

Ich fand es trotzdem großartig, einige Blicke hinter die Kulissen dieses Bundesliga-Vereins werfen zu können. Wir erfuhren, mit welchen Herausforderungen der Verein sich auseinandersetzen muss in den Bereichen Finanzen und Spielerentwicklung, wovon ein gutes Zusammenspiel zwischen Trainer und Einzelspieler abhängt, welche Philosophie hinter all dem steckt und, und, und… Wir wurden quasi direkt mit ins Stadion, mit in die Kabine und in die heiligen Hallen des VfB genommen, um dem Geschehen ganz nah zu sein.  

 

Am Ende seiner Ausführungen zückte Stefan Heim einige Fan-Artikel, die wir durch ein kleines Quizz gewinnen konnten. Unter anderem waren da drei „Meisterfrauen“-Trikots zu haben, vorausgesetzt „Frau“ wusste die richtige Antwort. Da war ich leider bei keiner Antwort richtig gelegen. Aber ich hatte wirklich großes Glück, bei der Beantwortung der nächsten Frage. Und so konnte ich 2 VIP-Karten für das nächste Heimspiel ergattern. Ist doch sensationell! Und nicht nur der Gewinn ist sensationell, sondern was das mit mir gemacht hat:

 

Gleich übers Wochenende habe ich mir die VfB-App heruntergeladen, schließlich will ich ja nicht völlig unwissend in der VIP-Lounge auftauchen und womöglich einem prominenten Spieler über den Weg laufen, ohne zu wissen, wer er ist. Eine Woche habe ich ja noch Zeit, um mich auf das Spiel gegen Freiburg und auf die Spieler vorzubereiten.

 

Natürlich musste ich dieses Ereignis brühwarm unter die Leute bringen. Als erstes meinem Mann – klar, der darf ja auch mit. Und dann meinen Brüdern, von denen einer eine doch sehr innige Beziehung zum Verein für Bewegungsspiele hat. Kann sein, dass der ein bisschen neidisch geworden ist… Und ich erzähl das auch sonst allen möglichen Bekannten und Freunden bei jeder Gelegenheit, einfach weil ich mich darüber freue, dass ich gewonnen hab.

 

Plötzlich merke ich, wie ich anscheinend doch Fan geworden bin… in so kurzer Zeit… und nur durch diesen unvorhersehbaren Zufall. Ich bin überrascht!  … und denke: Aha!

 

Wie ist das eigentlich in unserem Unternehmen? Könnten wir da vielleicht Parallelen ziehen? Jetzt wird mir so richtig klar – und da meine ich, nicht nur drum zu wissen, sondern es auch zu spüren, was es heißt, Fan zu sein. Denn es ist im Grunde bei einem Unternehmen nichts anderes, als bei einem Sportverein. Wenn wir eine Marke gut finden, dann tragen wir sie sichtbar, empfehlen sie weiter und haben Spaß daran, dass wir Teil dieser Marke sind.

 

Unsere Kunden wollen auch Teil unserer Firma sein. Sie wollen Fans unserer Mannschaft sein. Und es gehört gar nicht so viel dazu, sie zu Fans zu machen: Klar, die Leistung muss stimmen – aber davon gehe ich aus. Zum größten Teil ist es doch das Hinter-die-Kulissen-schauen-lassen, das Teilhaben-lassen, was in der Firma so abgeht. Es sind die Geschichten und Menschen in der Firma, die interessieren. Was tun die in der Firma wie und warum, wie reagieren sie, wenn´s schwierig wird und haben sie Spaß bei der Sache. Und danach entscheidet derjenige, der sich interessiert, ob ihm das gefällt. Wenn ja, dann wird er Fan und früher oder später auch Kunde.

 

Wir können das in jedem Gespräch anwenden, beispielsweise, wenn wir eine Anfrage entgegennehmen: Stellen wir uns vor, der Interessent wäre schon ein Fan, dann geben wir ihm doch  dieses Gefühl, dass er willkommen ist und lassen ihn an unserem Unternehmen teilhaben. Damit das gelingt machen Sie sich am besten eine Formulierungshilfe auf Ihr Anfragen-Formular. Überlegen Sie schon vorher, was Sie einem Interessent mitgeben könnten, damit er sich sofort bei Ihnen wohlfühlt.

 

Ja, mit dieser Erkenntnis habe ich doppelt gewonnen – ich hoffe Sie auch – und ich werde das Spiel im Stadion natürlich in vollen Zügen genießen!